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Montbretie - Crocosmia

Luzifer, teuflisch schön!

 Intensiv feuerorange blüht die beliebte und weit verbreitete Sorte ‘Lucifer‘zoom
Intensiv feuerorange blüht die beliebte und weit verbreitete Sorte ‘Lucifer‘

Bert Stankowski

Allgemeines

Sie gehören in die Familie der Schwertlilien (Iridaceae) und erinnern entfernt an kleinblütige Gladiolen: Die Montbretien sind - wie oft in der Botanik - Pflanzen mit Namenswirrwarr. Kennengelernt haben sie die „alten Gärtner“ als Montbretia aurea. Dann wurden sie in Crocosmia umbenannt, wobei die grossblütigen Gartensorten den sinnige Namen Crocosmia X crocosmiiflora bekamen. Übersetzt wohl die Montbretienblütige Montbretie! Die rund ein Dutzend Arten kommen südlich der Sahara vor, vorwiegend in Südafrika, einige sogar auf Madagaskar, was auf eine alte Pflanzenfamilie schliessen lässt.
Die gladiolenartigen, annähernd grasförmigen Blätter sind eigentlich immergrün, bei uns aber sterben sie wegen des Frostes ab. Im Boden überdauern die rundlichen Rhizome, kurz Knollen genannt, und treiben im späten Frühling frisch aus. Dank reger Züchterarbeit sind einige schöne Sorte entstanden, wovon etwa ein halbes Dutzend regelmässig im Gartencenter als eingetopfte Pflanzen und Blumenzwiebelhandel als „Frühlingszwiebeln“ auftauchen. Sie vermehren sich sehr gut und bilden innert weniger Jahre grössere Horste. Im Hochsommer, etwa im Juli, schieben sich aus den Blattscheiden die fischgrätenartig angeordneten Blütenstände. Meistens sind es eine, manchmal mehrere verzweigte Ähren. Die sich von unten nach oben öffnenden Blüten erinnern wirklich an kleine Gladiolen, mit denen sie ja auch weitläufig verwandt sind.

 
‘Lucifer‘ ist eine ausgezeichnete Schnittblume, die lange in der Vase hält.zoom
‘Lucifer‘ ist eine ausgezeichnete Schnittblume, die lange in der Vase hält.

Standort

Montbretien lieben einsprechend ihrer Herkunft einen warmen, windgeschützten Standort. Wichtig ist ein lockerer, wasserdurchlässiger Boden. Eigentlich ist jeder Gartenboden geeignet, bevorzugt wird aber ein eher tonhaltiger, aber gut humoser Boden. Es wird empfohlen, möglichst viel Sand einzuarbeiten, damit die Knollen nie im Wasser stehen, denn Staunässe ist tödlich. Eine leichte Schräglage des Beets ist ebenfalls ideal, so kann überschüssiges Wasser abfliessen. Montbretien sind auch gute Hausrabattenpflanzen, denn diese werden oft von einem Vordach überdeckt. Sie lassen sich gut mit anderen Stauden und mit Gräsern vergesellschaften. Machen aber auch in einem Sommerblumenbeet und in Gefässbepflanzungen einen guten Eindruck. In letzteren sind sie aber ohne guten Schutz nicht ausreichend winterhart.
Montbretien sind übrigens ausgezeichnete, sehr lange haltbare Schnittblumen und bei Floristen wegen ihrer Eleganz und Farbintensität sehr beliebt. Wie bei Gladiolen auch, wird die Blüte erst geschnitten, wenn die erste Blume sich geöffnet hat.

 
Als eine der ersten Kreuzungen wurde 1880 Crocosmia X crocosmiiflora geschaffen.zoom
Als eine der ersten Kreuzungen wurde 1880 Crocosmia X crocosmiiflora geschaffen.

Pflege und Rückschnitt

Die absterbenden Blätter werden erst im Frühling abgeschnitten. Diese Massnahme wirkt gegen mögliche Fäulnis. Wegen der etwas mangelhaften Winterhärte sollte die Stelle dick mit einer Schicht Laub geschützt werden. Einige Tannäste hindern das Laub am wegfliegen. Im Frühling wird vor dem Austrieb mit einer Langzeitdüngung nachgeholfen. Auch regelmässige Kompostgaben haben sich als Bodenverbesserung bewährt. Wichtig ist, dass dieser Kompost nicht eingehackt wird, da die Knollen nur knapp unter der Erdoberfläche liegen und dadurch verletzt und zerstört würden.
Abgesehen von der oft nicht ganz ausreichendesn Winterhärte und möglicher Knollenfäule an zu nassen Standorten ist die Montbretie als ein gesundes, wüchsiges Gartengewächs zu bezeichnen. An sehr sonnigen Lagen und bei häufiger Gewittertendez können wie bei den Gladiolen gelegentlich Thripse (Blasenfüssler) als Schädlinge auftreten. Sie werden biologisch durch Erzwespen der Familie Eulophidae bekämpft. Eine chemische Bekämpfung erachte ich im Garten als nicht angebracht, wird aber für Schnittblumenproduzenten unumgänglich sein.

 

Sorten- und Artenvielfalt

Das Farbenspiel und die Farbintensität der Montbretien ist phänomenal. Durch die lange Blütezeit von Juli bis September gehören sie zu den beliebtesten Stauden im Garten. Das Sortenspektrum umfasst neben der öfters angebotenen „Wildart“ Crocosmia masoniorum, die in einem hellen Orange blüht und etwa 80 cm hoch werden kann, vor allem Hybriden aus der ca. 1880 gezüchteten Gruppe Crocosmia x crocosmiiflora. Diese erste Kreuzung ist auch heutzutage noch erhältlich und blüht intensiv Orangegelb. Die wichtigste Sorte ist meiner Meinung nach ‘Lucifer‘. Hoch werdend, reichlich verzweigt und mit grossen feuerroten Blüten, ist sie das Highlight im Sommergarten. Die eleganten, geschwungenen Blütenähren haben eine enorme Leuchtkraft. Mit einem Meter Höhe ist sie die Kräftigste der Sorten. Dem gegenüber ist ‘Venus‘ eher zierlich zu nennen, denn sie wird nur 60 cm hoch. Aber ihre goldorangen Blüten lassen ebenfalls keine Wünsche offen. Fast als zweifarbig, wegen ihrer dunkeln Mitte, kann man ‘Emily McKenzie‘ bezeichnen. Sie wächst kompakt und wird rund 70 cm hoch. Die zierliche, nur ganze 50 cm hoch werdende ’George Davidson‘ hat reingelbe Blüten und eignet sich gut in Steingärten und Gefässe. Vor Jahren war ‘Carmina Brillant‘ mit 80 cm Höhe und einem schönen Orange die Hauptsorte. Heute ist sie eher selten zu finden, aber immer noch „voll gartenwürdig“!


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