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Sibirischer Zwerg-Lebensbaum – Microbiota
decussata
Andreas
Schedler, Hauenstein AG, Rafz
Der
deutsche Name verrät bereits zwei Eigenschaften, die dieses
Nadelgehölz für unsere Gärten wertvoll macht –
die Winterhärte und der niedrige Wuchs. Die dritte Eigenschaft
ist in der Pflanzenwelt eher ungewöhnlich. Die Farbe der Nadeln
verändern sich mit sinkenden Temperaturen von Mattgrün
zu einem Zimtbraun. Vielleicht trifft es nicht jeden Geschmack,
dafür eröffnen sich interessante Möglichkeiten in
der Gartengestaltung.
Herkunft
Der Sibirische Zwerg-Lebensbaum stammt aus dem Sichote-Alin-Gebirge
in Ost-Sibirien. Dort wächst er in abgelegenen Gebirgen oft
oberhalb der Baumgrenze. Kein Wunder, dass er erst im Jahre 1921
entdeckt wurde und zwei Jahre später vom russischen Botaniker
Komarov beschrieben wurde. Die Verbreitung in botanische Gärten
und später in Baumschulen ging langsam vonstatten. Der Botaniker
F. N. Rusanov brachte erst 1949 die ersten zwei Sämlingspflanzen
vom Naturstandort in den Botanischen Garten von Taschkent (Usbekistan).
Aber erst ein gutes Jahrzehnt später verbreitete er sich langsam
in Europa. 1974 erhielt dieser robuste, anspruchslose Bodendecker
auf der berühmten "Chelsea Flower Show" in London
den "Award of Merit", die zweit höchste mögliche
Auszeichnung.
Aussehen
Der
Sibirische Zwerg-Lebensbaum ist ein kleines, immergrünes Nadelgehölz
mit zahlreichen interessanten Eigenschaften. Auffällig sind
sicher die Nadeln, die eigentlich keine sind. Botanisch korrekt
werden sie als Schuppen bezeichnet. Sie ähneln einem gewöhnlichen
Lebensbaum (Thuja) oder auch einer Scheinzypresse (Chamaecyparis).
Im Sommer ist die Farbe mattgrün. Mit den kühleren Temperaturen
im Herbst und Winter verändern sie sich immer mehr zu einem
Zimt- bis Kupferbraun. Im Frühjahr geht die Farbe langsam wieder
in den Sommerzustand über.
Der Habitus besticht durch seine dichtstehenden, fächerförmigen
und sanft bogig ansteigenden Zweigen. Das ergibt einen flach ausgebreiteten
Wuchs. Bemerkenswert ist die regelmässige, geradezu architektonische
Anordnung der übereinander geschichteten Zweigetagen. Mit den
Jahren ergibt es eine Höhe von nur 30 cm. Die Breite ist um
so grösser. Der Durchmesser kann in ein paar Jahren 2 Meter
oder mehr betragen. Alle freistehenden, älteren Pflanzen faszinieren
durch das kreisrunde, teppichartige Wuchsverhalten mit den elegant
überhängenden Triebspitzen.
Früchte (kugelige Zapfen) werden in den Gärten sozusagen
nie beobachtet, da dieses Nadelgehölz zweihäusig ist,
d.h. dass die männlichen und die weiblichen Blüten nicht
auf der gleichen Pflanze zu finden sind. Auch eine Pflanzung von
mehreren Exemplaren ist nicht mehr Erfolg beschieden, da alle von
der gleichen Ursprungspflanze abstammen.
Standort/Verwendung
Eine Pflanze für alle Standorte gibt es eigentlich nicht. Der
Sibirische Zwerg-Lebensbaum kommt diesbezüglich nahe an dieses
Optimum heran. Er ist ein wahrer Überlebenskünstler und
wächst an vollsonnigen bis schattigen Orten. Auch Lufttrockenheit
verträgt er gut. Er stellt keinerlei Bodenansprüche, wächst
vielmehr auf leichten, sandigen wie auch schweren Böden gleichermassen
gut. Einzig Staunässe, besonders im Winter, bekommt ihm nicht
gut. Der Sibirische Zwerg-Lebensbaum ist bekannt für seine
Winterhärte, die Hitze- und Trockenheitsverträglichkeit
und eine hohe Industrie- respektive Stadtfestigkeit.
Verwendung findet er als hervorragender Bodendecker für Böschungen,
Gräber, Dach- und Steingärten oder für den lichtschattigen
Bereich eines Gehölzrandes. Gleichermassen wirkungsvoll eignet
er sich zur Bepflanzung von Gefässen. Wenn man ihn über
den Rand von Mauern, grossen Steinen oder Trögen wachsen lässt,
dann kommt sein eleganter Wuchscharakter wunderbar zur Geltung.
Auch für städtische Problemstandorte ist er eine ideale
Lösung.
Kombinieren lässt sich der Sibirische Zwerg-Lebensbaum mit
niedrigen Nadelgehölzen wie z.B. Wacholder (Juniperus), kleinen
Rhododendron, Besenheide (Calluna), Schneeheide (Erica) oder ganz
einfach als Solo-Unterpflanzung von grossen Bäumen. Herrliche
Bilder entstehen auch in Kombination mit verschiedenen Ziergräsern.
Pflege
Dieses Kapitel ist eigentlich überflüssig. Bislang konnten
keine erwähnenswerten Krankheiten oder Schädlinge festgestellt
werden. Was wollen wir mehr?

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Quelle und Urheber des Artikels:

http://www.hauenstein-rafz.ch
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