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Di, 09. Februar


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Mammutblatt – Gunnera manicata
Andreas Schedler, Hauenstein AG, Rafz

Wer die metergrossen Blätter der Gunnera, auch Mammutblatt genannt, gesehen hat, der versteht, dass der kleine Vorgarten nicht der richtige Standort ist. Trotzdem benötigen Sie keinen Park für diese gigantische Blattschmuckstaude. In einer Rasenfläche, am Teich oder gar in einem grossen Kübel auf dem Dachgarten beeindruckt diese spektakuläre Pflanze allemal.

Herkunft
Auf der südlichen Halbkugel sind ca. 50 verschiedene Gunnera zu Hause. Dabei gibt es Arten, die den Namen Mammutblatt absolut verdient haben (z.B. Gunnera manicata), andere sind regelrechte Winzlinge. "Unser" Mammutblatt (Gunnera manicata = synonym G. brasiliensis) hat die Heimat im Süden von Brasilien. Dort wachsen Sie in Quellmooren und felsigen Bachrändern. Der bekannte Botaniker Carl von Linné benannte die Pflanze nach Ernst Gunner (1718-1773), Bischof von Trondheim (Norwegen).

Aussehen
Das Auffälligste am Mammutblatt sind die riesigen, dekorativen Blätter. Es gibt in der winterharten Staudenwelt keine vergleichbare Pflanze, die nur annähernd diese Dimensionen erreicht. Diese grundständigen Blätter können über 2 m lange, kräftige Blattstiele haben, die mit relativ weichen Stacheln besetzt sind. Am Ende dieser Blattstiele thronen die fast kreisrunden, runzligen Blätter mit einem Durchmesser bis zu 2 m. Das ergibt einen Blattumfang von mehr als 6 m! Angesichts dieser Proportionen erstaunt es nicht, dass ausgewachsene Menschen unter einer Gunnera manicata bequem Platz finden. Verblüffend ist, dass diese Wuchsleistung jedes Jahr im Frühjahr von Neuem stattfindet. Die Blätter brauchen etwa 6-8 Wochen bis zur vollen Entwicklung. Im Herbst sterben die oberirdischen Teile jeweils ab.
Beim Anblick dieser überdimensionalen Erscheinung stellt sich die Frage nach der Widerstandskraft der lederigen Blätter. Auf der Blattunterseite gibt ein Sprossenwerk aus stark hervortretenden Rippen und Querverstrebungen diesen Blättern eine solche Festigkeit, dass die Wasserlast eines Platzregens problemlos ertragen wird. Selbst kleinere Hagelkörner haben nicht die Kraft, das lederige Laub zu beschädigen.
Auch der Blütenstand ist speziell. Er hat die Form eines Kolbens mit unzähligen Seitenästen. Die Farbe ist grün bis hellbraun. Die Länge kann bis 1 m, der Durchmesser bis 20 cm betragen. Es ist klar, die Blüte des Mammutblattes beeindruckt nicht durch eine leuchtende Blütenfarbe, sondern durch die aussergewöhnliche Struktur und die Grösse.

Standort/Verwendung
Um diese ungewöhnliche Wuchsleistung erreichen zu können, sind drei Voraussetzungen unabdingbar: Sonne, Wasser, Nährstoff. Ein vollsonniger, warmer Platz an einem Bach, Teich oder See ist ideal. Zwar sollte die Pflanze nicht permanent den ganzen Wurzelbereich im Wasser haben (Achtung: Winter!), aber eine gute und regelmässige Feuchtigkeit ist zwingend. Steht sie einmal trocken, können sehr schnell Blattschäden auftreten. Der Boden sollte tiefgründig und humos sein. Mögliche Standorte im Garten können in einer Rasenfläche, an Gewässern oder vor einer Hausmauer sein. Spektakulär wirkt das Mammutblatt auch in einem grossen Kübel oder Fass auf der Terrasse oder Dachgarten.

Pflege
Bei der Pflege ist, wie bereits erläutert, darauf zu achten, dass die Pflanze sehr viel Wasser erhält. Mit ihren riesigen Blättern ist die Verdunstung an warmen Tagen ausgesprochen gross. Hier kann getrost gesagt werden, dass ein bisschen zuviel Wasser besser ist als zuwenig. Die aussergewöhnliche Wuchsleistung kann mit Kompost-, Mist- und/oder Düngergaben stark beeinflusst werden. Dünger sollte nur von April bis Juni verabreicht werden. Kompost und Mist ist zusätzlich zum Frühjahr auch im Herbst empfehlenswert. Diese Massnahme dient als Isolation und bringt die Pflanze besser über den Winter. Das Mammutblatt ist nur bedingt winterhart. Am Naturstandort in Süd-Brasilien kann es während der kalten Jahreszeit regelmässig bis –10° Celsius werden, aber nicht tiefer. Darum muss im Herbst die Pflanze, respektive der Wurzelbereich dick mit einem Laubhaufen und Tannästen eingepackt werden. Diese natürliche Isolationsschicht verhindert ein zu starkes Einfrieren des Wurzelstockes. Im Frühjahr wird der Laubhaufen wieder weggenommen. Pflanzen in Kübeln müssen annähernd frostfrei, z.B. im Keller überwintert werden. Das kann auch im Dunkeln geschehen. Zu beachten gilt, dass der Neuaustrieb anfällig auf Spätfröste reagiert. Darum empfiehlt es sich, bei Spätfrostgefahr die Pflanze mit einem Tuch oder dergleichen abzudecken.
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Quelle und Urheber des Artikels:

http://www.hauenstein-rafz.ch

 

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