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Mammutblatt – Gunnera manicata
Andreas Schedler, Hauenstein AG, Rafz
Wer
die metergrossen Blätter der Gunnera, auch Mammutblatt genannt,
gesehen hat, der versteht, dass der kleine Vorgarten nicht der richtige
Standort ist. Trotzdem benötigen Sie keinen Park für diese
gigantische Blattschmuckstaude. In einer Rasenfläche, am Teich
oder gar in einem grossen Kübel auf dem Dachgarten beeindruckt
diese spektakuläre Pflanze allemal.
Herkunft
Auf der südlichen Halbkugel sind ca.
50 verschiedene Gunnera zu Hause. Dabei gibt es Arten, die den Namen
Mammutblatt absolut verdient haben (z.B. Gunnera manicata), andere
sind regelrechte Winzlinge. "Unser" Mammutblatt (Gunnera
manicata = synonym G. brasiliensis) hat die Heimat im Süden
von Brasilien. Dort wachsen Sie in Quellmooren und felsigen Bachrändern.
Der bekannte Botaniker Carl von Linné benannte die Pflanze
nach Ernst Gunner (1718-1773), Bischof von Trondheim (Norwegen).
Aussehen
Das
Auffälligste am Mammutblatt sind die riesigen, dekorativen
Blätter. Es gibt in der winterharten Staudenwelt keine vergleichbare
Pflanze, die nur annähernd diese Dimensionen erreicht. Diese
grundständigen Blätter können über 2 m lange,
kräftige Blattstiele haben, die mit relativ weichen Stacheln
besetzt sind. Am Ende dieser Blattstiele thronen die fast kreisrunden,
runzligen Blätter mit einem Durchmesser bis zu 2 m. Das ergibt
einen Blattumfang von mehr als 6 m! Angesichts dieser Proportionen
erstaunt es nicht, dass ausgewachsene Menschen unter einer Gunnera
manicata bequem Platz finden. Verblüffend ist, dass diese Wuchsleistung
jedes Jahr im Frühjahr von Neuem stattfindet. Die Blätter
brauchen etwa 6-8 Wochen bis zur vollen Entwicklung. Im Herbst sterben
die oberirdischen Teile jeweils ab.
Beim Anblick dieser überdimensionalen Erscheinung stellt sich
die Frage nach der Widerstandskraft der lederigen Blätter.
Auf der Blattunterseite gibt ein Sprossenwerk aus stark hervortretenden
Rippen und Querverstrebungen diesen Blättern eine solche Festigkeit,
dass die Wasserlast eines Platzregens problemlos ertragen wird.
Selbst kleinere Hagelkörner haben nicht die Kraft, das lederige
Laub zu beschädigen.
Auch der Blütenstand ist speziell. Er hat die Form eines Kolbens
mit unzähligen Seitenästen. Die Farbe ist grün bis
hellbraun. Die Länge kann bis 1 m, der Durchmesser bis 20 cm
betragen. Es ist klar, die Blüte des Mammutblattes beeindruckt
nicht durch eine leuchtende Blütenfarbe, sondern durch die
aussergewöhnliche Struktur und die Grösse.
Standort/Verwendung
Um diese ungewöhnliche Wuchsleistung
erreichen zu können, sind drei Voraussetzungen unabdingbar:
Sonne, Wasser, Nährstoff. Ein vollsonniger, warmer Platz an
einem Bach, Teich oder See ist ideal. Zwar sollte die Pflanze nicht
permanent den ganzen Wurzelbereich im Wasser haben (Achtung: Winter!),
aber eine gute und regelmässige Feuchtigkeit ist zwingend.
Steht sie einmal trocken, können sehr schnell Blattschäden
auftreten. Der Boden sollte tiefgründig und humos sein. Mögliche
Standorte im Garten können in einer Rasenfläche, an Gewässern
oder vor einer Hausmauer sein. Spektakulär wirkt das Mammutblatt
auch in einem grossen Kübel oder Fass auf der Terrasse oder
Dachgarten.
Pflege
Bei der Pflege ist, wie bereits erläutert,
darauf zu achten, dass die Pflanze sehr viel Wasser erhält.
Mit ihren riesigen Blättern ist die Verdunstung an warmen Tagen
ausgesprochen gross. Hier kann getrost gesagt werden, dass ein bisschen
zuviel Wasser besser ist als zuwenig. Die aussergewöhnliche
Wuchsleistung kann mit Kompost-, Mist- und/oder Düngergaben
stark beeinflusst werden. Dünger sollte nur von April bis Juni
verabreicht werden. Kompost und Mist ist zusätzlich zum Frühjahr
auch im Herbst empfehlenswert. Diese Massnahme dient als Isolation
und bringt die Pflanze besser über den Winter. Das Mammutblatt
ist nur bedingt winterhart. Am Naturstandort in Süd-Brasilien
kann es während der kalten Jahreszeit regelmässig bis
–10° Celsius werden, aber nicht tiefer. Darum muss im
Herbst die Pflanze, respektive der Wurzelbereich dick mit einem
Laubhaufen und Tannästen eingepackt werden. Diese natürliche
Isolationsschicht verhindert ein zu starkes Einfrieren des Wurzelstockes.
Im Frühjahr wird der Laubhaufen wieder weggenommen. Pflanzen
in Kübeln müssen annähernd frostfrei, z.B. im Keller
überwintert werden. Das kann auch im Dunkeln geschehen. Zu
beachten gilt, dass der Neuaustrieb anfällig auf Spätfröste
reagiert. Darum empfiehlt es sich, bei Spätfrostgefahr die
Pflanze mit einem Tuch oder dergleichen abzudecken.

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Quelle und Urheber des Artikels:

http://www.hauenstein-rafz.ch
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