Naschgarten
Brigitte Buser
Ob Beeren oder Obst, wer den Sommer über im Garten naschen möchte, muss jetzt pflanzen.Vergangen sind die Zeiten, in denen sich ums Haus grosszügige Baumgärten ausdehnten und ein kellerfüllender Nutzgarten allerlei zum Naschen bot. Die Erinnerungen sind geblieben und ein mancher möchte beim Gang durch den eigenen Garten eine saftige Erdbeere abzuknipsen, eine süsse Himbeere auf der Zunge zergehen lassen oder im Herbst in einen saftigen Apfel beissen. Hat man einen grossen Garten ist es natürlich ein Leichtes, sich diesen Traum zu erfüllen. Ist er kleiner, muss man sich gut überlegen, was gepflanzt werden soll. Beim Kern- oder Steinobst wie Apfel, Birne oder Kirschen bieten sich Säulen- und Spalierbäume an.
Erstere bilden relativ kurze Zweige. Daher behalten sie ihre schmale Form bei und benötigen nur wenig Platz. Spalierobst wird, wie der Name sagt, an Spalieren gezogen. Ideal dafür sind geschützte Hauswände. Die Spaliere können aber auch frei stehen und so zum 'fruchtigen' Raumteiler werden. Bei den Beeren ist es etwas einfacher, eine grosse Vielfalt in den Garten zu holen. Allen voran die Erdbeere, von denen eine reiche Auswahl an Sorten im Handel angeboten wird. Klein, aber Dank ihres intensiven Aromas etwas ganz Besonderes sind Walderdbeeren, übrigens ein ausgezeichneter Bodendecker für halbschattige Lagen. Etwas grösser und erst noch über Monate Früchte tragend ist die sogenannte 'Monatserdbeeren'. Walderdbeere. Grossfruchtige Sorten dagegen reifen Ende Mai bis Ende Juni.Will man Him- oder Brombeeren in seinen Garten holen, bedarf dies etwas mehr Platz, da diese süssen Früchtchen gespannte Drähte benötigen, an denen die Ruten festgebunden werden.
Ist der Platz gar knapp, kann das Gerüst auch als Zaun, Sichtschutz oder Raumteiler eingesetzt werden. Im Handel erhältlich sind sommer- und herbsttragende Sorten. Erstere benötigen etwas mehr Pflege und tragen an den zweijährigen Ruten, die vor Winterbeginn an den Drähten festgebunden werden. Herbsttragende sind einfacher zu pflegen, da sie an einjährigen Ruten und daher etwas später im Jahr fruchten. Diese können nach dem Laubfall im Herbst oder jetzt bodeneben abgeschnitten werden. Bis zu Sommer bilden sich neue Ruten, die im Früchte tragen. Da es sich bei allen vorab erwähnten Obst- und Beerensorten um Rosengewächse handelt, sollten sie nie dort gepflanzt werden, wo schon andere Rosengewächse gestanden haben. Die Vorgänger ziehen Nematoden (kleine Wurzelälchen) an, die das Wachstum der Folgepflanzung hemmt.
Eine weitere, jedoch zu den Stachelbeergewächsen gehörende Beerenart ist die Johannisbeere, von denen rote, schwarze und sogar weisse im Handel erhältlich sind. Dabei handelt es sich um relativ kleinbleibende Sträucher, die ausser einer guten Nährstoffversorgung und einem entsprechenden Schnitt relativ pflegeleicht sind. Ihre Reifezeit ist je nach Sorte im Juni und Juli. Dasselbe gilt übrigens auch für die Stachelbeere. Hier sind nebst den üblichen, grünen, auch solche mit roten und gelben Beeren erhältlich, die zudem noch besonders süss schmecken. Bitte bedenken Sie: Um einen reich Ertrag zu bringen benötigen Him-, Brom- sowie Johannis- und Stachelbeeren halbschattige bis sonnige Standorte. Pflanzt man sie zu nahe zusammen oder an Orte, mit mangelnder Durchlüftung, können trotz der Pflanzung von krankheitstoleranten oder -resistenten Sorten, Krankheiten wie Mehltau u.s.w. auftreten. Wählen Sie daher einen luftigen Standort und beachten Sie zusätzlich die empfohlenen Pflanzabstände. Zudem sollte der Boden humusreich und tiefgründig sein, so dass ein guter Wasserabzug gewährleistet ist und so Wurzelkrankheiten weniger bis gar keine Chancen haben.
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